PRINZIP COLLAGE / Felix Bahret, Emma Biggs, Leo Cohen, Matthew Collings, Alonso Gil, Francis Gomila, Beret Hamann, Michael M. Heyers, Sibe Jan Kramer, Lutz Niko Kratzer, Marion, Nänzi, Albert Oehlen, Babette Semmer, Bettina Semmer, Alba Semmler, Cathy Skene, Bob & Roberta Smith, Rosemarie Trockel,Jessica Voorsanger, Maja & Sveva Vukojicic, Gabriel Walsh, Sibylla Weisweiler, Ilse Winckler

einladungcollage

 

PRINZIP COLLAGE

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit Ilse Winckler (Neues Atelierhaus Panzerhalle)

9. Dezember 2012 bis 3. Januar 2013

Eröffnung 15. Dezember, 18 – 21 Uhr

Felix Bahret, Emma Biggs, Leo Cohen, Matthew Collings, Alonso GilFrancis Gomila, Beret Hamann, Michael M. Heyers, Sibe Jan Kramer, Lutz Niko Kratzer, Marion, Nänzi, Albert Oehlen, Babette Semmer, Bettina Semmer, Alba Semmler, Cathy Skene, Bob & Roberta SmithRosemarie Trockel,Jessica Voorsanger, Maja & Sveva Vukojicic, Gabriel Walsh, Sibylla Weisweiler, Ilse Winckler

Zur Ausstellung erscheint eine Postkartenedition (Namen in bold)

Die Collage arbeitet nach dem Prinzip der Verfremdung mit vorgefundenem Material. Sie nimmt überkommene Zusammenhänge auseinander und probiert mit Versatzstücken neue Formen aus. Sie fragt nicht nach Sinn und Unsinn. Sie spielt. Das Prinzip Collage ist die künstlerische Reaktion auf die überbordende Bilder- und Formenwelt, die schon da ist und deren Kenntnis sich in jedem Neuen widerspiegelt. Also ist ihre Suche nach neuen Formen und nie Gesehenem mit destruktiver Lust gepaart. Sie stößt vertraute Schemata um und vermischt Bekanntes und Unbekanntes, Profanes und Sakrales, Altes und Neues, bekannte und unbekannte Künstler.

Nicht nur die Künstlerliste, auch die Postkarten-Edition entspricht dem Prinzip der Collage. Es geht um die Konstellation und Integration disparater Positionen und das einigende Prinzip. Moderne Klassiker der Collage wie Albert Oehlen oder Rosemarie Trockel bilden die Säulen – letztere mit einer Kriegsszenerie, Davidstern und moderner Madonna, Christmas Card betitelt. Gänzlich als Fundstück kommt Bob& Roberta Smiths “Piano Repair” daher, eine zerrissene Annonce mit rührend altmodischer Selbstanpreisung. Jessica Voorsanger montiert Frauenköpfen in Baseballkarten und arbeitet in Serien wie “This is London”. Der Holzhund von Michel M. Heyers stellt die Frage, ob er nun aus Fundstücken oder aus einer ästhetischen Notwendigkeit so zusammengesetzt wurde; wie auch immer, “My Love” rührt uns an wie ein Fundwesen aus dem Tierheim. Die Integration ausrangierter Fundstücke in einer Möbel-Assemblage von Sibe Jan Kramer oder einer Kleider-Kreation von Maja und Sveva Vukojicic sind immer wieder schöne und auch nützliche Überraschungen. Und weil Überraschung Vergnügen bereitet, kann Ilse Winckler von Collagen nicht mehr lassen. Mit Freude greift sie in vorgefundene Bildzusammenhänge, um etwas anderes daraus zu machen. Der Musiker Lutz Niko Kratzer versteht sich auf das Fotografieren schräger Alltagsszenen mit groß in den Vordergrund gesetzten Objekten. Die 1989 entstandene Collage von Beret Hamann zeigt die Schönhauser Allee im Aufbruch. Die Fliegenden Teppiche von Francis Gomila kommen ohne Versatzstücke der Flugtechnik nicht mehr aus, sei es ein Reifen oder eine Motor, raketenähnlich oder als Herzpumpe. Sie wurden in Indien im Rahmen einer Residency bei Sandarbh in Jaipur von Gefängnisinsassen auf Stoff gemalt, deren Einkommen so erheblich aufgebessert werden konnte. Die Malerei/Collage Alonso Gil “Mask”, Cathy Sene mit einer Referenz an Duchamp, und Bettina Semmer angedockt an Goya und Dürers Melancholia, Nänzi mit ihrer kecken Verneigung vor Schadows Prinzessinnen und die Streichholzscans von Leo Cohen – alle spielen mit dem Prinzip der Verfremdung und Überraschung. Die Zusammenarbeit von Babette Semmer mit Felix Bahret, die Collagen von Alba Semmler und Lutz Niko Kratzer sind Neuentdeckungen der Galerie.

 

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