KINDHEITSMUSTER / Tryntsje Nauta, Nicola Rubinstein, Alexander Graf von Schlieffen, Babette Semmer

(Deutsch weiter unten)

 

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We cordially invite you to our next exhibition opening Sunday, June
9, 3 – 6 pm

CHILDHOOD PATTERNS
Artists portray Children

Tryntsje Nauta
Nicola Rubinstein
Alexander Graf von Schlieffen
Babette Semmer

Exhibition runs thru June 27

A catalogue will be published, with texts by art historians Almut Andreae and Barbara Barsch, and including paintings and a foreword by Bettina Semmer.

The way we view children and childhood are culturally coded and undergo many changes through the ages and depending on ethnic diversity. In central Europe, childhood has been brought into focus by the era of Enlightenment as an important and formiing period in the life of each individual.

Unlike today in Central Europe, there have been and still are the working people under 14, the child soldiers, the leaders in the family, children who watch and imitate adult life in all its facets. We are more accustomed to the notion that children are introduced only in small well-measured and calculated steps to the adult world, in order to protect them.

However, in personal memory, childhood is not always fabulously beautiful and timelessly carefree as you would like to romanticize it, but all too often characterized by shock, loneliness, shame and restriction.

In this exhibition the theme of childhood/child is filtered and shaped through the lens of five artistic personalities.

Their respective personal experiences are incorporated in their vision of the models and mingle with what comes across visually and on an intuitive level. These items are presented here in order to stimulate a discourse of the theme of childhood, also through the inner child and its experiences.

Unlike a snapshot photographer, the artist gazes for a long time at her subjects, the child looks back. The open and direct gaze of the child, coupled with a natural shyness, is in itself disarming. This moment of mutual acknowledgement and acceptence brings one into the present moment. Perhaps the artist captures facets that others do not see, perhaps she characterizes her own experience through this encounter – nevertheless one can expect that a portrait brings out some inner truth, breaks with a social expectation, and mirrors more than a beautiful surface.

A portrait can be a proud recognition of parents for their children and a gift for life, which many generations will come to enjoy. Getting to grips with what is different from our normal perception – many artists are also to paint or photograph in dialogue with the client – and what is added as new knowledge can be a blissful process for all involved.
Image: Boy in Istanbul by Tryntsje Nauta

 

 

 

 

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DER KATALOG “Kindheitsmuster – Künstler portraitieren Kinder” ist
erschienen und wird am 4. August um 18.00 Uhr gelauncht. Sie sind herzlich eingeladen!

 

Wir laden herzlich ein zur Ausstellungseröffnung
am Sonntag, den 9. Juni von 15.00 – 18.00 Uhr

KINDHEITSMUSTER
Künstler portraitieren Kinder

Tryntsje Nauta
Nicola Rubinstein
Alexander Graf von Schlieffen
Babette Semmer

Die Ausstellung läuft bis zum 27. Juni.

Es erscheint ein Katalog mit Texten von Almut Andreae und Barbara Barsch sowie Bildern und einem Vorwort von Bettina Semmer.

Die Art und Weise, wie wir Kinder betrachten und Kindheit verstehen, ist kulturell kodiert und verändert sich durch die Zeiten. Kindheit ist in unseren Breiten durch die Zeit der Aufklärung in den Fokus gerückt als ein bedeutsamer und prägender Abschnitt im Leben des Einzelnen.

Anders als heute in Mitteleuropa gab es früher und gibt es heute noch den arbeitenden Menschen unter 14, den Kindersoldaten, den Verantwortlichen in der Familie, Kinder, die das Leben der Erwachsenen in all seinen Facetten beobachten und teilweise nachahmen. Wir sind es eher gewöhnt, dass Kinder von vielem ferngehalten und nur in kleinen wohldosierten und überlegten Schritten an die Erwachsenenwelt herangeführt werden.

Im persönlichen Erinnern ist die Kindheit jedoch nicht immer märchenhaft schön und zeitlos unbeschwert, wie man es gerne durch diese getrennten Sphären steuern und romantisch verklären würde, sondern allzuoft von Schock, Einsamkeit, Beschämung und Einschränkung geprägt.

In dieser Ausstellung wird das Thema Kindheit/Kind durch die Brille von fünf Künstlerpersönlichkeiten gefiltert und formuliert.

Auch deren jeweilige Erfahrungen fließen ein in die Sicht ihrer Modelle und mischen sich mit dem, was sie intuitiv und visuell von ihnen erfassen. Diese Positionen werden hier vorgestellt und sollen zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema Kindheit anregen, auch über das innere Kind und seine Erfahrungen.

Anders als ein Schnappschnussfotograf schaut der Künstler lange hin, das Kind schaut zurück. Der meist offene direkte Blick des Kindes, gepaart mit natürlicher Schüchternheit, hat etwas Entwaffnendes. Dieser Moment des gegenseitigen Anerkennens, Akzeptierens bringt einen in die Gegenwart und lässt Unbefangenheit, Natürlichkeit zu. Vielleicht erfasst der Künstler Facetten, die andere nicht sehen, vielleicht prägt seine eigene Erfahrung diese Begegnung – immer aber darf man erwarten, dass ein Portrait die innere Wahrheit ans Licht bringt, mit einer gesellschaftliche Erwartung bricht oder mehr als eine schöne Oberfläche spiegelt.

Ein Portrait kann eine stolze Anerkennung der Eltern für ihre Kinder und Geschenk fürs Leben sein, an dem sich viele Generationen erfreuen können. Die Auseinandersetzung mit dem, was abweicht, was stört – viele KünstlerInnen sind ja bereit, im Dialog mit dem Auftraggeber zu malen oder fotografieren – und dem, was neu an Erkenntnis hinzukommt, kann für alle Beteiligten ein beglückender Prozess sein.

 

 

 

 

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