Kindheitsmuster III: SEPARATIONS / Hannah Finlator, Rebecca Fortnum

(English below)

 

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Kindheitsmuster III: SEPARATIONS

Arbeiten von Hannah Finlator und Rebecca Fortnum

15. 2. – 9. 3. 2014

Eröffnung: Samstag, 15. Februar 2014 von 19.00 – 21.00 Uhr

 

In Separations, der dritten in einer Reihe von Ausstellungen über Kinderporträts, folgen wir zwei international renommierten Künstlerinnen in das Gebiet der Psychoanalyse und Geschichte.

Zunächst verbindend erscheinen die offensichtlich meisterhafte Fähigkeit des Darstellens und die Verwendung althergebrachter Techniken. Steigt man jedoch tiefer hinein in die Arbeiten beider Künstlerinnen und ihr Denken, werden andere Parallelen, aber auch Unterschiede deutlich.

Auf den ersten Blick sind Rebecca Fortnums Kinder überlebensgroß, füllen die Bildfläche mit ihren detaillierten, bisweilen durch Farbschleier bedeckten Zügen. Mit der Wiederholung des Bildes kommen Zweifel auf, als wollten sie sagen: Vorsicht! Ein Porträt kann Identität andeuten, aber nie wirklich offenbaren.

Die mit dem Silberstift gezeichnete Serie Dream(Traum) zeigt Kinder mit geschlossenen Augen in Doppelporträts. Wir können sie sehr genau anschauen, und sie blicken niemals zurück. Kein Blinzeln, kein Zucken. Die Nähe zu jemandem, der schläft, macht uns zu Vertrauten. Wir werden durch ihre Innerlichkeit in Bann geschlagen.

Eine größere Reihe von Zeichnungen Wide Shut (Weit Zu) umfasst drei große Doppelporträts, die jeweils mit einer anderen Farbe verschleiert sind. Die Mädchen hier sind älter und in jedem Paar hat eines die Augen offen. In ihnen kommt die Dualität von richtig und falsch, von Kommunikation und Kommunikationsfähigkeit, von Potential und Handeln zum Tragen.

Die Themen in Hannah Finlators jüngsten Werken kreisen um individuelle Geschichte und der Geschichte der Malerei. Ihre Darstellungen von Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit beschreiben im allgemeinen Beziehungen, zum Beispiel zwischen Geschwistern, Ehepartnern, Liebhabern, Vorfahren und historischen Figuren. In einigen Fällen werden die getrennten Tafeln permanent mit Metall-Scharnieren zusammengefügt, in anderen Fällen zieht sich eine kontinuierliche Landschaft von einer Tafel zur anderen, während manche Tafeln dicht zusammenhängen für einen unmittelbaren Vergleich.

Die Künstlerin selbst beschreibt es so: “Obwohl die Verbindungen nicht immer offensichtlich sind, weisen visuelle Zeichen sowie strukturelle Verbindungen auf die Basis für gemeinsame, aber separate Erzählungen hin. Die Einbeziehung von symbolischen Elementen wie Früchte, Pflanzen und Tiere können auf die Ikonographie der Vergangenheit verweisen, sind aber nicht nach dem Lehrbuch zu lesen. Während meine Porträts durch Darstellungen der Vergangenheit intensiviert werden, erlaubt die Rekontextualisierung eine neue Lesart durch moderne analytische oder psychologische Mittel.

Die Vergangenheit erhebt sich als Vorlage für die Zukunft, zeitgenössische Verschiebungen ändern die Rückstände der Vergangenheit, und die Zukunft als Imaginäres von Vergangenheit und Gegenwart –  das sind die wiederkehrenden Themen in meinem aktuellen Werk.”

Individuelle Interpretationen sind hier von zentraler Bedeutung, ebenso wie in der Arbeit von Fortnum.

 

HANNAH FINLATOR BIOGRAFIE

Hannah Finlator wurde in North Carolina, USA, geboren und erhielt ihren BFA am Corcoran College für Kunst und Design in Washington, DC, (USA), wo sie in den Sammlungen der Corcoran Gallery, der National Gallery und dem National Museum of Women in the Arts Bildende Kunst mit kunsthistorischer Forschung verband.

Sie setze ihr Studium an der Universität von Newcastle upon Tyne, UK, fort, wo sie 2002 ihren MFA (Masters für Fine Arts) mit Auszeichnung erhielt.

In Ausstellungen und Arbeits Stipendien auf beiden Seiten des Atlantiks hat sie ihre Arbeiten auf internationaler Ebene weiterentwickelt. U.a.: 1999 wurde sie als jüngste Künstlerin für das angesehene Société Imaginaire Stipendium der Batuz Foundation ausgewählt. 2008 wurde sie eingeladen  für ein  Artist House Residence Stipendium in St. Mary’s College in Maryland, USA.

 

AUSWAHL zahlreicher AUSSTELLUNGEN:

Société Imaginaire touring exhibition Germany, Poland, Uruguay, US. Artist in Residence, Museum Lichtenberg im Stadthaus, Berlin, Germany

Künstlerateliers Im Speicher II, Ist Offen ’06 Collaboration with Claudia Sacher, Münster Germany.

Royal Society of Portrait Painters Annual Exhibition, Hatton Gallery. UK.

Artist in Residence Batuz Foundation Sachsen, Germany.

Queen’s Hall, Hexham UK.

Myles Meehan Gallery, Darlington UK.

Corcoran Museum of Art, Washington DC.

Hannah Finlator absolvierte vor kurzem ein einjähriges Praktikum in Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Museum Ludwig; sie lebt und arbeitet in Köln.

 

REBECCA FORTNUM  BIOGRAFIE

Fortnum lebt und arbeitet in London. Sie studierte Englisch am Corpus Christi College in Oxford, bevor sie einen MFA an der Universität Newcastle erhielt. Sie ist derzeit Professorin für Bildende Kunst an der Middlesex University, London.

Zu ihren Auszeichnungen gehören die Pollock-Krasner Foundation, British Council, Arts Council of England, British School in Rom, AHRC , Space for 10 Mid Career Award, und METHOD Cultural Leadership Programme. Ihr Buch “Contemporary British Women Artists in ihren eigenen Worten”, wurde von IB Tauris im Jahr 2007 veröffentlicht. Aktuelle Ausstellungen sind The Imagination of Children und eine Einzelausstellung Absurd Impositions, sowohl im V&A Museum of Childhood (2011), Behind The Eyes, ferner in der Galerie Nord sowie eine Einzelausstellung im Freud-Museum London im Jahr 2013. Fortnum jüngste Publikation Self Contained wurde durcg durch RGAP und On Not Knowing; how artists think Black Dog veröffentlicht, Letzteres mit Lizzie Fisher als Mitherausgeberin.

Unterstützt von der Universität Middlesex

 

 

 

 

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SEMMER BERLIN presents:

Childhood Pattern III: SEPARATIONS

 

Work by Hannah Finlator and Rebecca Fortnum

Private View February 15, 2014, 7 – 9 pm. Duration till March 9.

In Separations, the third of a series of exhibitions on children’s portraiture, we follow two internationally acclaimed artists into the territory of psychoanalysis and history.

At first sight what unites them is the evident masterful accomplishment in the  skill of rendering and the use of traditional techniques. However entering into both artists’ thinking, other parallels, as well as distinguishing features, unfold.

At first glance, Rebecca Fortnum’s children are larger than life, filling the picture plane with a detailed if at times veiled depiction of their features. With the repetition of the image comes doubt, as if to say: Beware! A portrait can suggest, but never truly reveal identity.

The series of small silver points Dream depicts children with their eyes closed in double portraits. We can look at them very closely and they never look back. No blinking, no flinching. Being close to someone asleep makes us intimates. We are struck by their interiority.

A larger series of drawings Wide Shut includes three large doubled portraits, each with a veil of colour over the image. The girls here are older and in each pair one has their eyes open. Between them they act out the duality of proper and improper, of communication and communicability, of potentiality and act.

The themes in Hannah Finlator’s recent body of work circle around individual history, and the history of painting. Her depictions of the present, future and past in paintings generally describe relationships, i.e. between siblings, spouses, lovers, ancestors and historic figures. In some cases the divided panels are permanently attached with metal hinges, in other cases a continuous landscape relates one panel to another, while some panels are placed close together for immediate comparison.

The artist herself describes it like this: “Though the connections are not always obvious, visual cues as well as structural links support the basis for shared, yet separated, narratives. The inclusion of symbolic elements such as fruits, plants, and animals may recall encoding of iconography of the past, but are not text-book based, per se. While my portraits are intensified by representations of the past, the  organization of setting encourages a new reading through contemporary analytical or psychological means.

The past emerging as a template of the future, contemporary shifts altering the residue of the past, and the future imagined by both, is the main theme reoccurring in my current body of work.”

Individual interpretations are of key importance here, as with the work of Fortnum.

 

HANNAH FINLATOR BIOGRAPHY

Born in North Carolina USA, Finlator received a BFA from the Corcoran College of Art +Design in Washington DC in 2000, and an MFA from the University of Newcastle upon Tyne UK in 2002.

Hannah Finlator recently completed a 1 year internship in the Painting and Sculpture Conservation and Restoration Department of the Museum Ludwig, and

has since lived and worked in Cologne, Germany.

Her works have been widely exhibited internationally including

Société Imaginaire touring exhibition Germany, Poland, Uruguay, US.

Artist in Residence, Museum Lichtenberg im Stadthaus, Berlin, Germany

Künstlerateliers Im Speicher II, Ist Offen ’06 Collaboration with Claudia Sacher, Münster Germany.

Royal Society of Portrait Painters Annual Exhibition, Hatton Gallery. UK.

Artist in Residence Batuz Foundation Sachsen, Germany.

Queen’s Hall, Hexham UK.

Myles Meehan Gallery, Darlington UK.

Corcoran Museum of Art, Washington DC.

 

REBECCA FORTNUM BIOGRAPHY

Fortnum lives and works in London. She studied English at Corpus Christi College in Oxford before gaining an MFA at Newcastle University. She is currently Professor of Fine Art at Middlesex University, London.

Her awards include Pollock-Krasner Foundation, British Council, Arts Council of England, British School in Rome, AHRC, Space for 10 mid career award and METHOD Cultural Leadership Programme. Her book, Contemporary British Women Artists; in their own words, was published by IB Tauris in 2007. Recent exhibitions include The Imagination of Children and a solo exhibition, Absurd Impositions, both at the V & A’s Museum of Childhood (2011), Behind The Eyes; making pictures at Gallery North and a solo exhibition at the Freud Museum London in 2013. Fortnum’s most recent publications are Self Contained published by RGAP and On Not Knowing; how artists think published by Black Dog which she co-edited with Lizzie Fisher.

Supported by Middlesex University

 

 

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